Herzlichen Glückwunsch - Dekan i.R. Karl Ittameier feiert Geburtstag

In Afrika geboren – in Bayern gewirkt
Ein Traunreuter aus Überzeugung: Ehemaliger evangelischer Stadtpfarrer und Dekan Karl Ittameier 85 Jahre alt

Text von Hans Eder

Traunreut. Als einjähriges Kind wurde er von den Leuten des Kiro-Stammes in Tansania bespuckt – dort in Afrika ein Zeichen der Hochachtung – und damit in den Stamm aufgenommen; die Einheimischen gaben ihm den Namen Mangue, was so viel wie „Wildkatze“ bedeutet. 36 Jahre später wurde er als längst erwachsener Mann evangelischer Pfarrer in Traunreut, weitere zehn Jahre danach Dekan im Dekanat Traunstein. Dieser exotische, weite Weg liegt hinter Karl Ittameier, der am Sonntag seinen 85. Geburtstag begangen hat – in der geräumigen Wohnung im sechsten Stock des Heidenhain-Hauses an der Werner-von-Siemensstraße in Traunreut, wohin er zusammen mit seiner Frau Emmi mit Beginn seines Ruhestandes wieder zurückgekehrt ist.

Eine Delegation aus unserem tansanischen Partnerdekanat Mpwapwa verbringt zurzeit ein paar Wochen im Dekanat Traunstein

Feierlich wurden unsere Gäste Tabulu Stanley Makas (Dekan), Kiwia Hudson Humphrey (Agrartechniker, Koordinator der Dekanatspartnerschaft), Mkonyi Sarael Jonas (Lehrerin, Schulbeauftragte für Sekundarschulen im Landkreis Kongwa) sowie Makau Anna Ally (Lehrerin) in der Trostberger Christuskirche begrüßt.

In den kommenden Wochen werden sie unsere Kirchengemeinden sowie mehrere diakonischen Einrichtungen besuchen.

 

Deutliche Worte zu Asyl, Jugendhilfe und Seniorenbetreuung

 
Thematische Vielfalt beim „Abend der Begegnung“ anlässlich des Besuchs von Landesbischof Bedford-Strohm
Text und Fotos: Hans Eder

Traunreut. Die Weitergabe des Glaubens, die Zukunft der Jugend, die Herausforderung durch den demografischen Wandel und die Ankunft vieler Asylsuchender in der Region: Das waren die Themen des „Abends der Begegnung“, wie Thomas Zugehör, der Vorsitzende des Diakonischen Werks Traunstein, die Veranstaltung am Dienstagabend im Traunreuter Wilhelm-Löhe-Zentrum nannte. Anlass für diese Begegnung war der Besuch von Dr. Heinrich Bedford-Strohm, evangelischer Landesbischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Rund 200 geladene Gäste aus dem evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirk Traunstein, der die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting umfasst, erlebten einen „bereichernden“ Abend, so Bedford-Strohm, und klare Worte – vor allem in Richtung Jugendhilfe, Seniorenbetreuung und Asyl.

Hier ging es um das Thema Asyl, von links Diakonie-Vorsitzender Thomas Zugehör, ehrenamtliche Mitarbeiterin Monika Berlitz aus Bergen, stellvertretender Landrat Konrad Heuwieser aus Altötting, Asylsozialberaterin Britta Barth vom Diakonischen Werk und Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Fotos: Hans EderAusgesprochen deutlich nahm die ehrenamtliche Helferin Monika Berlitz aus Bergen zum Thema Asyl Stellung. Sie kritisierte die Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Asylsuchenden: jene die aus vermeintlich sicheren Ländern kommen und kaum eine Chance haben, in Deutschland bleiben zu dürfen, und jene, die aus Bürgerkriegsländern stammen und meist schnell eine Bleibegenehmigung bekommen. Sie appellierte an alle Verantwortlichen in Politik und Kirche, darauf hinzuwirken, dass auch die Menschen aus Ländern wie etwa Senegal hier eine Arbeit aufnehmen dürfen und dass für Asylsuchende Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden, nicht zuletzt auch von der evangelischen Kirche. Dafür gab es viel Beifall der Anwesenden. Der Landesbischof sagte zu, diesen Appell mitzunehmen, auch für Gespräche mit der Staatsregierung. Was jetzt nötig sei, wäre eine „Exzellenz-Initiative für Humanität“. Großes Lob sprach er allen aus, die sich für die Flüchtlinge einsetzen: „Wunderbar, dass Sie das machen!“

Freundlich und achtsam miteinander umgehen

 
Appell von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm – Herzlicher Empfang im Wilhelm-Löhe-Zentrum
Text und Fotos: Hans Eder

Traunreut. Festliche Musik umrahmte den Besuch von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm an allen Stationen seines Besuchs am Dienstagabend im Wilhelm-Löhe-Zentrum in Traunreut. Die größte Begeisterung aller Mitwirkenden verbreiteten wohl die Kinder des Zentrums, als sie mit kräftigem Gesang und viel Temperament dem prominenten Besucher ihr vielstimmiges Lied entgegenschallen ließen. Bedford-Strohm freute sich über diesen Empfang und dankte den Kindern herzlich für ihren Auftritt. Beim Gottesdienst in der Turnhalle, dem ein kurzer Rundgang durch das Zentrum vorausgegangen war, zeichnete er den rund 200 geladenen Gästen das Idealbild einer Gesellschaft, die von einem freundlichen, achtsamen und geduldigen Umgang miteinander geprägt sein sollte.

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm zeigte sich von den Liedern der Kinder aus dem Wilhelm-Löhe-Zentrum sehr angerührt und bedankte sich ganz herzlich bei den kleinen SängernDie Kinder aus den verschiedenen Bereichen des Wilhelm-Löhe-Zentrums – der Schule, der Tagesstätte und des Heims – hatten bereits seit Monaten geübt, um dem Bischof ihre zwei Lieder dann mit dem nötigen Schwung und der ihnen eigenen Begeisterung vortragen zu können. Chorleiter Michael Felsenstein hatte mit ihnen einmal wöchentlich geprobt, und wie die Kinder dann ihr Lied schmetterten, das war berührend, was wohl auch Bedford-Strohm so empfand: „Ihr habt mir damit eine Riesenfreude gemacht“, lobte er, „am liebsten würde ich euch den ganzen Tag zuhören.“ Soviel Zeit war dann doch nicht; aber für ein zweites Lied reichte es schon noch. „Einen Wunsch, den hast du frei“, war der Titel dieses Liedes; begrüßt hatten die Kinder den hochrangigen Besucher mit der eingängigen Melodie von „Komm, bau ein Haus“. Und Margret Winnichner, zweite Vorsitzende des Diakonischen Werks, erzählte dann noch dem Bischof, wie neugierig die Kinder schon auf den Besuch gewesen waren. Mit Fragen wie: „Ja, wann kommt er denn? Wer ist denn der? Was tut er denn?“ hätten sie ihre Gruppenleiter immer wieder gelöchert.

„Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017“

Auftakt zum Dekanatsbesuch•  Podiumsgespräch mit Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Alois Glück
 
Ökumene findet in den Gemeinden und Städten unserer Region beinahe selbstverständlich statt: Beispielsweise in Form von gemeinsamen Segnungen, enger Zusammenarbeit in der Seelsorge und gut kooperierender Diakonie und Caritas. In den großen ökumenischen Fragen – gemeinsames Abendmahl, Zölibat, Priestertum aller Gläubigen, Umgang mit Geschiedenen – scheint eine Annäherung hingegen nur sehr schwer möglich zu sein. Der Prozess des Aufeinander-zu-Gehens dauert vielen Christen zu lange. Nicht wenige hoffen auf einen neuen Schwung anlässlich des Reformationsjubiläums 2017, jedoch kann derzeit niemand abschätzen, ob sich in der Folge Ökumene beschleunigen oder eher verlangsamen wird.
 
„Ökumene auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017“ lautet daher das Thema eines hochkarätig besetzten Podiumsgesprächs am Dienstag, 5. Mai um 12.15 Uhr im Großen Rathaussaal der Stadt Traunstein, mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschland und Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Moderieren wird Reinhart Knirsch, Geschäftsführer Radio Regenbogen Rosenheim. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

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