Luther-Feiern und ein raffinierter Trickbetrug

Dekanatssynode in Traunreut verabschiedete bei Sitzung in Traunreut neue Satzung für Dekanatsbezirk

Ganz im Zeichen des Reformationsjahrs und der Neuorganisation verschiedener Aufgabenbereiche stand die Frühjahrssynode des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Traunstein im Traunreuter Wilhelm-Löhe-Heim. Wie Dekan Peter Bertram nach einer kurzen Andacht berichtete, gab die Aufführung des Pop-Oratoriums „Luther“ in der Münchner Olympiahalle im März bereits einen Vorgeschmack auf die Jubiläumsveranstaltungen. Von den 2.000 teilnehmenden ehrenamtlichen Sängern kommen rund 100 aus dem Dekanat Traunstein. Sie haben sich unter der Leitung von Heike Scherer monatelang auf den Auftritt vorbereitet. Ausschnitte aus dem Musikwerk sind am 6. April in Burghausen, am 1. Juli in Mühldorf und am 8. Oktober in Traunstein zu hören.
Weitere Höhepunkte sind eine Ausstellung des Holzbildhauers Andreas Kuhnlein in fünf Kirchen des Achentals im Chiemgau vom 7. Mai bis 5. Juni, eine ökumenische Glaubenswallfahrt zur Stiftskirche Baumburg in Altenmarkt am 5. Juni sowie ein großes Christusfest zur Reformation mit Bühnenprogramm und einer Roadshow-Ausstellung der Landeskirche am 2. Juli in Übersee. Zu Gast ist dort unter anderem Landtagspräsident a.D. Alois Glück.


In einem weiteren Punkt informierte Bertram über den anstehenden Renovierungs- und Sanierungsbedarf bei den Immobilien des Dekanats. Dieser sei auch in der Landeskirche bekannt, könne allerdings unter dem Gesichtspunkt „Qualität statt Quantität“ nur schrittweise erfolgen. Der Dekan berichtete weiter über die Bemühungen, die Zusammenarbeit der Dekanate Bad Tölz, Rosenheim und Traunstein zu intensivieren. Bis 2018 soll ein gemeinsamer Verwaltungsverbund für insgesamt 46 Kirchengemeinden geschaffen werden, um die Serviceangebote zu optimieren und Synergieeffekte zu nutzen. Die Verwaltungsstelle wird zwei Standorte in Rosenheim und Traunstein haben. Kerstin Seidel vertritt bei diesem Prozess die Interessen der Verwaltungsstelle Traunstein.
Die regionale Einsatzstelle Kirche und Diakonie hat sich, so Dekan Bertram, sehr gut bewährt. Durch diese wird die Zusammenarbeit zwischen Dekanat, Kirchengemeinden und Diakonischem Werk Traunstein deutlich intensiviert. Ansprechpartner für die Kirchengemeinden und die Diakonie ist Diakon Robert Münderlein. Bertram informierte auch, dass das Dekanat Ziel eines technisch raffiniert eingefädelten Trickbetrugs über das Internet wurde. Durch Einschalten der Polizei und die Besonnenheit aller Mitarbeiter entstand aber kein finanzieller Schaden.
Nach seiner Neuwahl im vergangenen Jahr erstattete erstmals auch Andreas Karau als Geschäftsführer des Diakonischen Werk Traunsteins Bericht vor den Mitgliedern der Dekanatssynode.

Aufgrund der Bestimmungen der neuen Pflegeverordnung müssen aktuell sämtliche Alten- und Pflegeheime der Diakonie auf die baulichen Vorgaben hin überprüft werden, was eine echte Herausforderung darstellt. Ein Ungleichgewicht stellt aus seiner Sicht die gute Arbeit und wachsende gesellschaftliche Bedeutung der Insolvenzberatung  dar, deren Zuschüsse allerdings seit 17 Jahren unverändert geblieben sind.
Karau stellte den Synodalen auch den Krisendienst der Psychiatrie in Oberbayern vor. Er ist seit 1. Februar in allen vier Landkreisen des Dekanats erreichbar und versteht sich als Angebot für Personen, die in Notfällen psychiatrische Soforthilfe benötigen. Über ein Notfall-telefon (0180 / 655 3000 – täglich von 9 bis 24 Uhr) können mobile Einsatzteams binnen kurzer Zeit vor Ort Hilfestellung geben. Zwangseinweisungen in psychiatrische Kliniken werden dadurch in vielen Fällen überflüssig.
Von den Eindrücken einer Gruppenreise ins Partnerschaftsdekanat Mpwapwa in Tansania informierte Pfarrer Josef Höglauer aus Trostberg. Die Krankenstation in Chamkoroma konnte mithilfe von Geldern des Dekanats so ausgebaut werden, dass mittlerweile die Kranken auch aus größeren Städten kommen. Besonders bei Schwangeren ist die Krankenstation sehr gefragt, da es dort im Vergleich zu anderen Kliniken im Umkreis keine Sterbefälle bei der Geburt mehr gegeben hat. Durch lange Dürreperioden und fehlende Erträge ist die Unterstützung durch Mittel aus Deutschland äußerst wichtig, sagte Höglauer.
Beschlüsse zur Aktualisierung der Satzung des Dekanatsbezirks sowie der Geschäftsordnung der Synode standen am Schluss auf dem Programm. Details erläuterte Dr. Andreas Schroter.  Beide Regelungen wurden 1998 bzw. 2003 auf Basis eines Erprobungs-Gesetzes  mit individuellen Spielräumen für das Dekanat erstellt, das mittlerweile von der Dekanatsbezirksordnung abgelöst wurde.  Um den neuen gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, wurden die entsprechenden Formulierungen in Abstimmung mit der Landeskirche angepasst ohne die derzeit gut funktionierende Praxis gravierend zu verändern. Die gute Vorbereitung und Abstimmung der Beschlüsse zeigte sich an der überwältigender Mehrheit, mit der die Synodalen den Empfehlungen des Präsidiums zu den Aktualisierungen zustimmten.

(Bericht: Axel Effner, Traunsteiner Tagblatt vom 07.04.2017)