Einführung von Pfarrer Dr. Diethard Buchstädt in Burghausen

 

Erfreuen wir uns an unterschiedlicher Spiritualität

erschienen im Alt-Neuöttinger/Burghausener Anzeiger vom 14.03.2018 - Redakteurin: Vera Fischer

„Bestellen Sie kein Pils, hier trinkt man Helles oder Weißbier.“ Dr. Günther Zahn gibt dem neuen evangelischen Pfarrer Tipps aus seinem Erfahrungsschatz. Denn auch den Schulleiter des Aventinus Gymnasiums hat es von der Regnitz an die Salzach verschlagen. Doch das ist 34 Jahre her und so kennt er die Gepflogenheiten der Südbayern mittlerweile sehr gut. Dr. Diethard Buchstädt ist erst seit gut zwei Wochen in Burghausen. Am 1. März nahm er seinen Dienst in der ersten Pfarrstelle auf – viel Zeit, sich beim gemütlichen Feierabend-Bier als Franke zu outen, blieb ihm da noch nicht. Am Sonntagnachmittag fand nun die offizielle Amtseinführung in der Friedenskirche statt. Vor rund 250 Festgästen vollzog Dekan Peter Bertram die Segnung des 54jährigen. Zuletzt hatte er 15 Jahre lang in Bamberg gewirkt.

Dekan Peter Bertram (li.) vollzog die Segnung bei der offiziellen Amtseinführung
des neuen evangelischen Pfarrers Dr. Diethard Buchstädt.

 


Die persönlichen Segensworte sprachen Pfarrer Buchstädts Frau Ulrike, für deren Rückhalt sich ihr Mann beim Festakt bedankte, sowie Babsi Gardill, Vertrauensfrau im Kirchenvorstand der evangelischen Auferstehungskirche in Bamberg, Ulrike Baist, stellvertretende Vertrauensfrau der Friedenskirche, und Torsten Fecke. Der zweite evangelische Pfarrer in Burghausen hatte die siebenmonatige Vakanz seit der Verabschiedung von Pfarrer Michael Jäger Ende Juli überbrückt und wird künftig Seite an Seite mit Dr. Diethard Buchstädt für die Kirche und Seelsorge arbeiten.


Die Verlesung der Urkunde übernahm Burgkirchens evangelische Pfarrerin, Andrea Klopfer. Musikalisch begleitete die Kantorei Burghausen-Burgkirchen unter der Leitung von Gudrun Brust die zweieinhalbstündige Feierlichkeit. Carsten Burchard spielte die Orgel und Eva Winkhofer auf ihrer Altflöte Stücke von Corelli.


Leutseligkeit, akademische Klugheit und ein klares Profil zeichnen Dr. Buchstädt aus, so der Dekan. Weltoffen sei er und tolerant. Perfekte Voraussetzungen für den Neustart an der Salzach. Denn Gleiches gelte für Burghausen, sagte Bürgermeister Hans Steindl in seiner Ansprache und überraschte den neuen Pfarrer mit einem „Einstandsgeschenk“. 800 000 bis 1 Millionen Euro will die Stadt für den geplanten Umbau der Friedenskirche und ihres Umfeldes aufwenden. Der Beschluss dafür soll am Mittwoch im Stadtrat fallen.


Aber auch Burghausens katholischer Pfarrer Erwin Jaindl, der seiner Verbundenheit in der Ökumene durch seine „erste Teilnahme an einem evangelischen Abendmahl“ Ausdruck verlieh, und zahlreiche andere Redner hießen Diethard Buchstädt an seiner neuen Wirkungsstätte willkommen. Sepp Ramstetter vom Diakonischen Werk Traunstein überreichte ihm ein Starter-Kit mit Schusserln für die „Rollenden Grüben“. „Stellvertretend für die Kollegen im Dekanat“ begrüßte Pfarrer Johann-Albrecht Klüter aus Töging den Kirchenmann aus Bamberg und für den Kirchenvorstand trat Dr. Christoph Weigel ans Mikrofon.

Hießen den neuen Pfarrer Dr. Diethard Buchstädt (4 v.li.) willkommen: Pastor Andreas Isaak von der Evangelischen
Freikirche,Dekan Peter Bertram, Sepp Ramstetter und Robert Münderlein von der Diakonie, Pfarrer Torsten
Fecke, Pfarrer Erwin Jaindl, Pfarrerin Andrea Klopfer und Pfarrer Johann-Albrecht Klüter. − Fotos: Fischer

Diethard Buchstädt selbst sprach nach dem Kyrie zu seiner neuen Gemeinde und den zahlreiche Festgäste verfolgten die offizielle Amtseinführung des neuen evangelischen Pfarrers in der Friedenskirche reich geladenen Gästen, darunter auch seine beiden Kinder Moritz und Laura. Mit vielen offenen Fragen sei die Kirche heute konfrontiert, so der Pfarrer. „Wie weit dürfen wir uns zu anderen Kulturen und Religionen hin öffnen? Wie viel an Vielfalt braucht es?“ Sein Credo dazu: „Verschiedenheit in der Gemeinde macht Lebendigkeit aus. Erfreuen wir uns an unterschiedlicher Spiritualität.“


Die zahlreichen Gäste folgten der Empfehlung und nahmen sich nach dem offiziellen Teil Zeit für interessante Begegnungen und Gespräche bei Sekt und Häppchen im Gemeindesaal.